Norderstedt, 01.03.2020

RWTH Aachen: 40-60 Prozent relative Luftfeuchte empfohlen

Einfluss der Luftfeuchte auf den Menschen und seine Gesundheit


Bei einer mittleren relativen Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent gibt es die wenigsten Beeinträchtigungen für die Gesundheit des Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Literaturstudie der RWTH Aachen

Das EBC - Institute for Energy Efficient Buildings and Indoor Climate - der Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) hat eine umfangreiche Literaturrecherche zu den Einflüssen der relativen Luftfeuchte auf den Menschen veröffentlicht.

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, welche Bereiche der relativen Luftfeuchte den größten positiven Einfluss auf die Gesundheit des Menschen aufweisen. Die meistgenannten Luftfeuchtegrenzen in den von den Wissenschaftlern untersuchten Veröffentlichungen sind 40 - 60 Prozent.

 

Schutz vor Influenza und Corona

Die Literaturrecherche kommt zu dem Ergebnis, dass bei einer mittleren relativen Luftfeuchte gesundheitliche Beeinträchtigungen der Atemwege, der Augen und der Haut und damit verbundene Fehlzeiten signifikant verringert werden können. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wurde insbesondere auch der Einfluss auf die Übertragung von Virusinfektionen untersucht. Die Zusammenfassung der wissenschaftlichen Literatur zeigt, dass je nach Virustyp durch die relative Luftfeuchte deren Inaktivierung beeinflusst wird: So werden Influenzaviren bei mittleren und Coronaviren bei mittleren bis hohen relativen Luftfeuchten zu einem maximalen Grad inaktiviert. Hohe relative Luftfeuchten verringern die Schwebezeit von Partikeln und Aerosolen in der Luft, sollten jedoch aufgrund der Gefahr von mikrobiellem Wachstum und Schimmelbildung vermieden werden. Der Kompromiss eines mittleren Bereiches der relativen Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent bedeutet für den Menschen am wenigsten Beeinträchtigungen der Gesundheit.

 

Gesundheit, Energie und Wirtschaftlichkeit

Basierend auf dem Studienergebnis, dass die Einflüsse der relativen Luftfeuchte in Innenräumen auf die menschliche Gesundheit mittlerweile prinzipiell erkannt sind, greifen die Aachener Wissenschaftler zusätzlich weitere Themen für die Zukunft auf: Insbesondere für reale Umgebungen sind noch weitere Erkenntnisse nötig, um einzelne und kombinierte Effekte auf die Gesundheit genauer verstehen und quantifizieren zu können. Für die Praxis stellen sich den Forschern weitere Fragen nach dem energetischen und wirtschaftlichen Aufwand, der für die Sicherstellung einer mittleren Luftfeuchte in Gebäuden benötigt wird. Von besonderem Interesse können hier Kosten-Nutzen-Modelle sein, die technische Lösungen zur Luftbefeuchtung ins Verhältnis zu einem verbesserten Gesundheitsschutz und einer höheren Produktivität setzen.

 

Download der Studie

       

      Link zum Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik, E.ON Energieforschungszentrum, RWTH Aachen

       
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